Mette Frederiksen ist in Dänemark erneut mit den Sozialdemokraten stärkste Kraft geworden, doch das Ergebnis ist für sie dennoch ein schwerer Schlag. Weder ihr linkes Lager noch der rechte Block erreichten bei der Parlamentswahl eine Mehrheit. Frederiksens Partei fuhr dabei ihr schlechtestes Wahlergebnis seit 1903 ein. Am Mittwoch reichte sie deshalb beim König den Rücktritt ihrer Regierung ein. Nun beginnen schwierige Verhandlungen über eine neue Koalition.
Das Kräfteverhältnis ist unübersichtlich. Der rote Block kam auf 84 Sitze, der blaue auf 77. In dem 179 Sitze umfassenden Folketing fehlen beiden Lagern die nötigen 90 Mandate. Dadurch rücken die Moderaten von Außenminister Lars Løkke Rasmussen mit 14 Sitzen in die Rolle des Königsmachers. Frederiksen erklärte bereits, sie wolle ausloten, ob eine neue Regierung mit Unterstützung aus der Mitte möglich sei. Zugleich machte sie deutlich, dass das nicht leicht werde.
Ausschlaggebend waren vor allem innenpolitische Themen. Die hohen Lebenshaltungskosten, wirtschaftliche Fragen und die Unzufriedenheit mit einzelnen Entscheidungen der Regierung überwogen im Wahlkampf. Frederiksens außenpolitisches Profil, etwa im Streit um Grönland oder bei der Unterstützung der Ukraine, half ihr erkennbar nicht genug über die Ziellinie. Ihre Partei blieb zwar Nummer eins, verlor aber massiv an Rückhalt.
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