Peter Gauweiler erinnert an Kreuth: „Bündnis Freie Wähler/CSU“?

vor 3 Monaten

Peter Gauweiler erinnert an Kreuth: „Bündnis Freie Wähler/CSU“?
Bildquelle: Tichys Einblick

Nach dem Muster von „Bündnis 90/Die Grünen“ empfiehlt CSU-Urgestein Peter Gauweiler, ein „Bündnis Freie Wähler/CSU“ zu erwägen. Ermögliche die CSU das, wäre die Überwindung der Fünf-Prozent-Hürde der Freien Wähler außerhalb Bayerns vielerorts möglich. Gauweiler sieht Mitte-Rechts ein „Stimmungslager“ mit einem Potential von zwei Drittel aller Wählerstimmen. Ziel sei, „dem Missstand ein Ende zu setzen, dass die Deutschen, auch wenn sie rechts wählen, links regiert werden“. Alternativ zu einem Bündnis mit den Freien Wählern könne die CSU auch erwägen, selbst außerhalb Bayerns anzutreten.

Der Beobachter fragt sich, ob er möglicherweise mit „schuld“ an diesem Vorschlag sein könnte. Er hat nämlich im Oktober 2025 bei der Konferenz der Otto von Habsburg Stiftung zum 110. Geburtstag von Franz Josef Strauß in Budapest erzählt, wie Strauß vom damaligen FDP-Bundesgeschäftsführer Fritz Fliszar 1982 wissen wollte, ob die nach dem Koalitionsende mit der SPD vom Nichtwiedereinzug in den Bundestag bedrohte FDP unter einem Vorsitzenden Ralf Dahrendorf nach Hans-Dietrich Genscher für ein Zusammenwirken mit der CSU zu haben wäre. Was Peter Gauweiler bei dieser Konferenz zu sagen hatte über die vielen richtigen Einschätzungen von Strauß, traf sich mit meiner Beobachtung. Die üblichen Medien hörten nicht auf Strauß, weil sie gegen ihn waren. Das war den Haltungsmedien schon damals wichtiger als die Frage, womit er recht hat. Das ist einem heute sehr vertraut.

Wer Gauweilers Vorschlag hört und die Zeit kennt, denkt sofort an Kreuth am 19. November 1976, als die CSU-Landesgruppe im Bundestag (die bayerischen CSU-Abgeordneten) auf einer Klausurtagung im Bildungszentrum der Hanns-Seidel-Stiftung in Wildbad Kreuth nach einer langen, stürmischen Debatte von fast 12 Stunden beschloss (30 zu 18 Stimmen bei einer Enthaltung), die seit 1949 bestehende Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im Deutschen Bundestag aufzukündigen. Daraus wurde nichts, vergessen haben es weder Strauß noch Gauweiler.

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