Wenn der Staat sich schützt: CDU attackiert den Mann, der warnte

vor 3 Monaten

Wenn der Staat sich schützt: CDU attackiert den Mann, der warnte
Bildquelle: Tichys Einblick

Noch unterhalb der untersten Schublade des persönlichen Verhaltens und der einst üblichen parlamentarischen Gebräuche bewegte sich der CDU-Abgeordnete Axel Müller, Ravensburg. Er versuchte Stephan Kohn, den Verfasser der qualifizierten Warnungen vor der Corona-Politik im Innenministerium, als Sachverständigen im Corona-Untersuchungsausschuss des Bundestages zu disqualifizieren. Müller wollte Kohns mehr als berechtigte Kritik von damals entwerten, indem er Kohn fragte, ob sein Kindheitstrauma des sexuellen Missbrauchs, der vertuscht wurde, ihn dazu gebracht hätte, auch bei den Regierungsplänen der Corona-Politik Vertuschen zu unterstellen.

Christoph Lütge, Professor für Unternehmensethik, kommentiert den Skandalauftritt des CDU-MdB Müller als „bezeichnend, zu welchen Mitteln mittlerweile gegriffen wird, um die Corona-Aufarbeitung aus der Bahn zu werfen. Offensichtlich fällt diesen Leuten nichts anderes mehr ein.“

Das Kindheitstrauma eines Sachverständigen hat nichts in einer fachlichen Debatte über Krisenmanagement, Corona-Politik oder Behördenversagen zu suchen. Der Versuch, einen unangenehmen Kritiker der Regierungslinie zu diskreditieren, statt mit Argumenten zu antworten, ist mehr als durchsichtig und menschlich miserabel.

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