Die deutsche Automobilindustrie steht unter wachsendem Druck, nicht zuletzt durch die überstarke China-Konkurrenz. Nachdem Volkswagen und Mercedes zuletzt mit historisch schlechten Margen, Gewinneinbrüchen und weitreichenden Stellenstreichungen Schlagzeilen machten, ist nun BMW an der Reihe. Der Münchner Konzern teilte am Dienstag nach Börsenschluss überraschend mit, dass er seine Jahresziele für 2026 verfehlen werde.
Die operative Gewinnmarge im Automobilgeschäft, bislang auf vier bis sechs Prozent veranschlagt, soll nun nur noch ein bis drei Prozent erreichen. Der Vorsteuergewinn werde im Vergleich zum Vorjahr nicht mehr moderat, sondern deutlich um rund 15 Prozent sinken. Für den freien Barmittelzufluss im Automobilgeschäft werden nun nur noch 2,5 Milliarden Euro erwartet. Zuvor war von 4,5 Milliarden Euro ausgegangen worden. Hintergrund für die pessimistischen Prognosen ist der erwartete Einbruch beim Absatz. Der Konzern rechnet nun mit einem leichten Rückgang bei den weltweiten Fahrzeugauslieferungen statt wie bisher mit einer stabilen Entwicklung auf Vorjahresniveau.
Wie konkret der bestehende Sparkurs verschärft wird, erklärt BMW in seiner Mitteilung noch nicht. Der Vorstand um den neuen CEO Milan Nedeljkovic machte jedoch klar, laufende Kostensenkungen durch weitere Struktur- und Effizienzmaßnahmen zu intensivieren und zu beschleunigen. Diese Maßnahmen würden das Ergebnis im zweiten Halbjahr 2026 einmalig belasten, mittelfristig aber die Kostenbasis dauerhaft senken.
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