Weimer und Merz: Chamäleons im Kanzleramt

vor 9 Monaten

Weimer und Merz: Chamäleons im Kanzleramt
Bildquelle: Tichys Einblick

Wolfram Weimer, parteiloser Kulturstaatsminister in Friedrich Merzens Kanzleramt, ist ganz und gar der treue Diener seines Herrn. Voll im Sinne des letzteren, der schon 2019 die AfD von deren damaligen 12 Prozent auf 6 Prozent halbieren wollte, sieht Weimer die AfD in vier Jahren – also 2029 – bei neun Prozent. Realitätsverlust scheint seit Merkel zur Grundparanoia in einem Raumschiff namens Kanzleramt zu sein. Zumal solche Prognosen zugleich für Millionen Wähler Motiv sind, das Gegenteil der Halbierungs- oder gar Drittelungsvisionen zu beweisen.

Nun hätte man ja meinen können, dass sich mit Merz und Weimer zwei echte Konservative gefunden hätten. Ein Merz, der sich einst für eine deutsche Leitkultur stark machte. Und ein Weimer, der einst „Das konservative Manifest“ veröffentlichte. Aber denkste! Das Konservative hat sich bei beiden längst bis zu Unkenntlichkeit abgeschliffen, ja ins Gegenteil verkehrt. Methode Chamäleon. Im Falle von Merz noch mal kurz vor der Wahl im Februar 2025 tönend: „Links ist vorbei“ – und gleichzeitig auf Stimmen der Grünen und der Ex-SED hoffend. Derweil gibt man sich profillos mittig und nach allen Seiten offen. Die knallharte Diagnose eines Franz Josef Strauß missachtend: „Wer nach allen Seiten offen ist, der ist nicht mehr dicht.“

Genug des Prologs. Bei Merz muss man die ideellen/ideologischen Salti nicht weiter exemplifizieren. Man erlebt sie tagtäglich. Bei Weimer längst auch. „Deformation professionelle“ auch hier. Kaum war Weimer Staatsminister geworden, kaum musste die links-woke Kulturschickeria befürchten, dass Weimer das Gegenstück zu seiner grünen Vorgängerin Claudia Roth abgeben könnte, da schoss schon die vereinte politmediale Linke gegen ihn. Und dann? Weimer duckte sich weg.

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