Das CDU-Präsidium sagt seine für Ende August geplante Klausurtagung in Magdeburg ab. Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sollte die versammelte Parteispitze eigentlich Rückenwind für Ministerpräsident Sven Schulze und die Landes-CDU bringen. Genau daraus ist nun offenbar die Sorge geworden, dass der Kanzlerbesuch mehr Schaden anrichtet als Nutzen bringt. Die CDU hat die Absage gegenüber dem Spiegel bestätigt.
Offiziell klingt alles adrett: Schulze wolle den Fokus auf den Wahlkampf legen, interne Gremiensitzungen hätten in der Schlussphase keinen Vorrang. Hinter der Absage steht ein politischer Befund, den man im Konrad-Adenauer-Haus ungern laut ausspricht: Friedrich Merz zieht im Osten nicht. Er belastet dort die eigene Partei noch mehr als der eigene Landesvorsitzende. Na denn man tau.
Für die CDU in Sachsen-Anhalt ist das eine weitere Blamage in einer nicht enden wollenden Serie. Die Klausur war als Signal gedacht. Von lauter Signalen und „Wir müssen“-Formeln haben die Bürger zwar den Rand bis obenhin voll, aber weiter im Text. Berlin reist an, der Kanzler kommt, die Bundespartei stellt sich hinter den Ministerpräsidenten, die Kameras laufen, alle winken, erzählen irgendwas, was die angeschlossenen Medien in Schlagzeilen gießen und eh nicht mehr abfragen und weiter zieht die Karawane, ohne irgendwas tatsächlich umsetzen zu müssen. Die Botschaft heißt: Geschlossenheit, Kraft, Regierungsfähigkeit. Nun bleibt von dieser Choreografie nur der Rückzug. Die Bundes-CDU stellt fest, dass ihre Inszenierung im Landtagswahlkampf wie ein paar Betonschuhe bei einem Badebesuch auskommt.
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