Das wichtigste Ereignis des Parteitags gleich vornweg: Beate Baumann – die ewige Büroleiterin, in der viele die eigentliche Führungsfigur sahen – besuchte den CDU-Parteitag in Stuttgart und brachte als Überraschungsgast Angela Merkel mit. Jeden Tag Kamingespräche mit Angela Merkel, mag sich Baumann gedacht haben, sind auch etwas öde, also machte sie sich einen Jux und besuchte den Parteitag der Partei, die Angela Merkel nah steht, und machte den Delegierten aus Schleswig-Holstein eine so große Freude, dass sie sich die nächsten Monate nicht davon erholen werden.
Das letzte Mal nahm Merkel leibhaftig an einem CDU-Parteitag 2019 teil, der letzte, den sie beehrte, fand 2021 während ihrer Pandemie-Diktatur digital statt. Danach verbot Merkel ihr „nachamtliches Verständnis“ den Besuch der Parteitage der CDU. Eine ganze Minute bejubelten die Delegierten Merkel. Dann brach Merkels Fortsetzer in politisch sehr kurzen Hosen, Friedrich Merz, den Beifall abrupt ab. Dabei teilt Friedrich Merz die Abneigung Merkels gegen Ostdeutschland.
Dass die beste Kanzlerin, die die Grünen je hatten, Merkel, nur in Westdeutschland beliebt war, am meisten in Schleswig-Holstein, nicht aber in Ostdeutschland, kann Merz, der auch sonst den Osten nicht kennt, nicht wissen. So spricht der Satz Bände: „Angela Merkel war 16 Jahre lang Kanzlerin und hat diese Einheit geradezu personifiziert.“ Eben nicht die deutsche Einheit, sondern die Einheit der westdeutschen CDU mit sich selbst. Es ist ihre Einheit, nicht unsere. Die Einheit Günthers und Merkels und Wüsts und Merz’.
Überhaupt hat dieser Parteitag mit Deutschland wenig zu tun. Man will Wahlen gewinnen, die Hauptwählerschicht, die der über 65-Jährigen im Westen, die finanziell abgesichert sind, nicht in ihrer heilen ARD- und ZDF-Welt irritieren – und genießt das Pensionärs-Paradies, dessen Partei die Union ist.
Es ist zwar nicht wichtig, was die CDU beschloss, denn in der Bundesregierung wird gemacht, was die SPD will, doch ein Blick lohnt, um den Realitätsverlust zu erahnen. Klar will die CDU ein Social-Media-Verbot für Minderjährige als Einstieg in den Zensur-Staat. Die 14- bis 16-Jährigen müssen vor der Realität geschützt werden, sie könnten Angst um ihre Zukunft bekommen. Wie die Älteren sollen sie ganz und gar in der Propaganda-Welt der Öffentlich-Rechtlichen eingehegt werden. Das Fach Geschichte existiert ohnehin nicht mehr an den Schulen, warum sollte es der Gegenwart besser ergehen?
Die deutsche Sprache hat das schöne Sprachbild, den Bock zum Gärtner zu machen, und genau das geschieht, wenn die Bundesfamilienministerin eine Kommission zu diesem Thema einsetzt, die Ministerin, die sich bis jetzt nicht als Familien- sondern als NGO-Ministerin hervorgetan hat. Man muss auf die Zusammensetzung der Kommission also nicht gespannt sein. Fazit: Der CDU liegt vorrangig die Zensur am Herzen, wie sie schon Daniel Günther bei Markus Lanz gefordert hat, ob als Ministerpräsident, als Parteivorsitzender von Schleswig-Holstein oder als Privatmann – das weiß nur das Verwaltungsgericht im Günther-Land allein.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










