CDU „keine Volkspartei mehr“ – Parteiaustritt als Abrechnung mit Merz-CDU

vor 3 Monaten

CDU „keine Volkspartei mehr“ – Parteiaustritt als Abrechnung mit Merz-CDU
Bildquelle: Tichys Einblick

Der Brief von Alexander Komianos kommt nicht aus dem luftleeren Raum. Er trifft eine Union, die in diesen Tagen einen Propeller an ihren beschleunigten Sinkflug gesetzt hat. Friedrich Merz ist noch nicht lange im Kanzleramt, aber der Verschleiß sieht aus, als regiere er seit Jahren gegen Land, Leute und eigene Wähler. Die Union hatte vor der Wahl einen völligen Politikwechsel versprochen. Geliefert hat sie ein Bündnis mit der SPD, neue Zumutungen, neue Belastungen und die nächste Runde jener Politik, gegen die sie im Wahlkampf angeblich angetreten war.

In den Umfragen ist der Befund inzwischen brutal. Die AfD liegt laut RTL/ntv-Trendbarometer so deutlich wie nie vor der Union, während noch nie so viele Deutsche mit der Arbeit von Kanzler Merz unzufrieden waren. Auch Forsa meldete zuletzt, nur noch 18 Prozent der Wähler seien mit Merz zufrieden; die Union fiel hinter die AfD zurück, erstmals war sogar eine Mehrheit der Unionsanhänger mit Merz unzufrieden. INSA meldete für Bild einen AfD-Rekordwert von 28 Prozent und einen wachsenden Abstand zur Union.

In Berlin wird längst nicht mehr nur über schlechte Umfragen gesprochen. Es geht um die Frage, wie Nahe diese Koalition dem Ende bereits ist und ob Merz selbst noch trägt (die meisten sagen: nein). Table.Media schrieb bereits von wachsenden Koalitionszweifeln und offenen Diskussionen über Alternativen; wahrscheinlicher als Neuwahlen erscheine ein personeller Neustart an der Spitze von Union oder SPD. Das ist der Sound einer Macht, die noch im Amt sitzt, aber politisch schon nach Ersatzteilen sucht.

In diese Lage platzt der offene Brief von Alexander Komianos an die CDU Hessen. Komianos erklärt seinen Austritt aus der CDU. Das Schreiben ist auf den 23. April 2026 datiert, adressiert an die CDU Hessen in Wiesbaden, und beginnt mit der persönlichen Anrede an Boris Rhein sowie an den Parteivorsitzenden. Schon der erste Satz macht klar: Der Schritt sei ihm nicht leichtgefallen. Doch gerade als Vorsitzender des Internationalen Freundeskreises einer Christlich Sozialen Politik e.V. könne und wolle er dieser Entwicklung der Union nicht mehr folgen.

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