Bürgergeld und 14 Vornamen: Täuschungsmanöver und Spitze des Eisbergs

vor etwa 1 Jahr

Bürgergeld und 14 Vornamen: Täuschungsmanöver und Spitze des Eisbergs
Bildquelle: Tichys Einblick

Im Februar 2025 bezogen 5,5 Millionen Personen in Deutschland Bürgergeld. Das verursacht angeblich Kosten von etwa 50 Milliarden Euro im Jahr. Die Sage geht um, dass die deutliche Mehrheit von ihnen entweder keine Staatsbürger sind oder zumindest keine langjährigen deutschen Wurzeln haben. Die Sage ist in diesem Fall korrekt.

Noch knapp über die Hälfte der Bürgergeldbezieher (52 Prozent) besitzen aktuell einen deutschen Pass. 48 Prozent haben diesen nicht. Das allein kann und darf einen am Namen „Bürgergeld“ zweifeln lassen. Hinzu kommt aber, dass laut relativ gut versteckten Zahlen von Destatis aus dem Jahr 2024 nur ein Drittel der passdeutschen Bürgergeldbezieher noch ohne Migrationshintergrund sind. Wir sprechen demnach von 947.000 Hartzern mit deutschem Hintergrund, also genau einem Drittel (33 %) der „deutschen“ Bürgergeldbezieher (2,8 Millionen).

Dagegen haben 1,8 Millionen Bürgergeldbezieher mit deutschem Pass heute eine beidseitige „Einwanderungsgeschichte“. Das sind fast zwei Drittel (62 Prozent). Sie sind also entweder selbst eingewandert oder die Nachkommen von Einwanderern auf beiden Seiten (Mutter und Vater).

Versteckt ist diese Statistik insofern, als in ihrem Titel nicht die Einschränkung steht, dass es hier nur um die Bürgergeldbezieher mit deutschem Pass geht. Es steht da schlicht: „Bevölkerung in Privathaushalten nach Einwanderungsgeschichte und überwiegendem Lebensunterhalt“. Dass die ausländische, deutschpasslose Bevölkerung hier fehlt, wird verschwiegen, geht aber aus den Zahlen hervor (nur 2,8 Millionen Bürgergeldbezieher statt insgesamt 5,5 Millionen). Die Gesamtbevölkerung besteht eben längst nicht mehr nur aus den Staatsbürgern.

Interessant ist all das aber schon, denn es senkt offenbar die Anzahl der ALG-II-Bezieher ohne „Einwanderungsgeschichte“ an der Gesamtzahl noch einmal ganz erheblich. Von den 5,5 Bürgergeldbeziehern sind ja angeblich 52 Prozent auf eine Art „Deutsche“. Tatsächlich sind aber nur noch 17 Prozent – also ein Sechstel – aller Bürgergeldbezieher auch Bürger mit deutschem Nicht-Migrationshintergrund, nämlich etwas unter einer Million. Zusammengenommen heißt das: Wir leben noch nicht in einem „Land der Fremden“ (um Keir Starmers Warnung für Großbritannien zu variieren), aber die Mitarbeiter in den Jobcentern könnten sich schon so fühlen.

Auf der Grundlage dieser lange bekannten Zahlen stellte der AfD-Abgeordnete Raimond Scheirich eine Frage an die Bundesregierung und wollte von dieser die 14 häufigsten Vornamen unter den Bürgergeldbeziehern erfahren. Man hatte das schon bei Straftätern zu Silvester und anderen Gelegenheiten so gemacht. Auch die CDU hatte sich zwischenzeitig (bevor sie in Berlin den Regierenden Bürgermeister stellte) für so etwas interessiert.

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