Börsenwoche: Angst vor der Tech-Bubble, langfristig Cash am riskantesten

vor 8 Monaten

Börsenwoche: Angst vor der Tech-Bubble, langfristig Cash am riskantesten
Bildquelle: Tichys Einblick

Die zwischenzeitliche Erleichterung nach starken Quartalszahlen von Nvidia habe sich als Strohfeuer entpuppt, schrieb Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege vom Broker Robomarkets. Nach einem Rutsch bis auf 22.943 Punkte und damit den tiefsten Stand seit Anfang Mai büßte der deutsche Leitindex letztlich noch 0,8 Prozent auf 23.092 Zähler ein. Den Wochenverlust weitete der Dax zwar auf 3,3 Prozent aus, doch in der Jahresbilanz bleibt ihm ein Plus von stattlichen 16 Prozent. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Freitag um 0,6 Prozent auf 28.263,82 Punkte bergab.

Marktbeobachter Stephen Innes von SPI Asset Management sieht eine ganze Reihe von Sorgen an den Aktienmärkten. Er nannte unter anderem das hohe Investitionstempo im Bereich der Künstlichen Intelligenz, dem die Monetarisierung klar hinterherhinke. Außerdem stolpere die US-Notenbank Fed halbblind in den Dezember, nachdem der Teilstillstand der Regierungsgeschäfte die Meldung und Konsolidierung zahlreicher Konjunkturdaten verzögert habe. So erhärtet sich die Annahme, dass die Fed auf eine weitere Zinssenkung noch in diesem Jahr verzichten könnte.

Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial startete wie erwähnt dennoch einen weiteren Erholungsversuch und stieg zum europäischen Handelsschluss um fast ein Prozent. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es zuletzt rund 0,4 Prozent aufwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss gleichwohl knapp ein Prozent tiefer mit 5.515 Punkten. In London ging es dagegen leicht, in Zürich sogar deutlich nach oben.

Die Aktien von Nvidia blieben vor dem Wochenende unter Druck und in der Folge gaben auch die deutschen Chipwerte nach. Im Dax verloren Infineon 3,7 Prozent, in den hinteren Börsenreihen gehörten Branchenausrüster wie Aixtron und Suss Microtec mit einem Minus von 6,2 beziehungsweise 10,5 Prozent zu den größten Verlierern.

Schlusslicht im Dax waren die Aktien von Siemens Energy, die wegen des Strombedarfs von Rechenzentren auch als KI-Profiteur gelten. Nach ihrem Vortagsrekord rutschten sie um gut zehn Prozent ab. Die Geschäftsdynamik des Energietechnikkonzerns sei solide, zeige aber gewisse Anzeichen für einen zyklischen Höhepunkt, schrieb Barclays-Analyst Vladimir Sergievskiy. Der Aktienkurs preise bereits einen endlos guten Geschäftsverlauf ein.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel