1,4 Millionen Dateien im Netz – Senat sucht den Überblick

vor 20 Minuten

1,4 Millionen Dateien im Netz – Senat sucht den Überblick
Bildquelle: Tichys Einblick

Einen Sinn für Dramaturgie haben sie ja, die Erpresser des Landes Berlin: Am vergangenen Wochenende kam der nächste Schlag. Die kriminelle Hackertruppe legte nach, um den Berliner Senat erneut vorzuführen und veröffentlichte weitere Datenpakete darunter offenbar sehr sensible Passwörter und Zugangsdaten. Dies bestätigte die Berliner Senatskanzlei am 6. September ausdrücklich.

Während die Täter längst Daten eingesammelt hatten, begann für Bürger und Beschäftigte das Warten auf belastbare Auskünfte. Währenddessen gingen Kanzler Merz und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner mit ihrem untrüglichen Gespür für deplazierte Kommunikation ein Baskettballspiel ansehen, wobei vermutlich das für die in den Fall Involvierten die beste Lösung gewesen sein dürfte. So konnten die zumindest versuchen, sich einen Überblick zu verschaffen. Wegner ließ verlauten, er werde natürlich voll informiert.

Die Erpressergruppe Rhysida forderte 30 Bitcoin, damals ungefähr zwei Millionen Euro. Der Berliner Senat zahlte bekanntlich nicht. Am vergangenen Freitag wurden nach Ablauf des Ultimatums große Datenpakete zum Herunterladen veröffentlicht. Auch ein überwiesenes Lösegeld hätte keine Garantie geboten, dass die Täter ihre Kopien löschen.

Mehr als eine Million Dateien aus der Landesverwaltung stehen jetzt im Netz. Wochen nach dem Einbruch kann der Senat noch immer nicht vollständig sagen, was gestohlen wurde und wen es trifft. Betroffen sind offenbar Bereiche der Senatsverwaltungen für Bauen und Wohnen sowie für Verkehr, Umwelt und Klimaschutz. Diese beiden Verwaltungen vertrauten ihre Datensicherheitsangelegenheiten nicht jenem IT-Dienstleistungszentrum Berlin ITDZ an, das für den gesamten Senat arbeitet, sondern betreiben Teile in eigener Verantwortung außerhalb des zentralen IT-Dienstleisters ITDZ.

Am 14. August wurden die beiden Verwaltungen vom Landesnetz getrennt. Die Öffentlichkeit erfuhr drei Tage später von dem Angriff.

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