Einst versprach das verstorbene CDU-Urgestein Norbert Blüm, dass die gesetzliche Rente sicher sei. Was damals schon eine gewagte These war, ist heutzutage fast schon ein leeres Versprechen. Die gesetzliche Rente in Deutschland ist nichts anderes als eines der weltweit größten Schneeballsysteme. Wie bei jedem Schneeballsystem funktioniert alles, solange immer genug neue Leute in das System einzahlen. Aufgrund der demographischen Entwicklung in Deutschland droht in naher Zukunft der Kollaps des Systems. Andere Länder haben wegen sinkender Geburtenraten längst umgesteuert und setzen erfolgreich auf eine kapitalmarktbasierte Altersvorsorge.
Doch in Deutschland weigert man sich bis heute gegen einen Pensionsfonds, wie ihn viele skandinavische Länder haben. Die bundesrepublikanische Rentenproblematik ist an diesem Abend das Thema bei Maybrit Illner. In der Runde sitzt mit dem Vorsitzenden der Jungen Union, Johannes Winkel, ein Kritiker der Rentenpläne der Bundesregierung, die auf Kosten der jungen Generation gehen könnten. Mit dem SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf ist ein Verfechter der Rentenpläne der Regierung geladen, was zu gelegentlichem Streit führt.
Wirklich harte inhaltliche Auseinandersetzung ist allerdings Fehlanzeige, weil sich die Politiker weitgehend einig sind, dass man die Misere tatenlos weiterlaufen lassen wird. Es ist die große Schwäche des Talks, dass so gut wie gar nicht über eine Überwindung des kaputten Rentensystems debattiert wird. Der Erkenntnisgewinn für den Bürger ist nach der Sendung gleich null.
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