In Bautzen können wieder die Fenster geöffnet werden – allerdings sollen sich die Bautzener nicht lange im Freien aufhalten. Die 42 Anwohner, die ihre Wohnungen verlassen mussten, nachdem vier Batteriecontainer in Brand geraten waren, sollen erst am Nachmittag zurückkehren dürfen. Zwei Kitas und Kinderhorte bleiben am Donnerstag noch geschlossen.
Nach 31 Stunden Brandbekämpfung kann der stellvertretende Stadtbrandmeister aufatmen. „Der Brand ist noch nicht gelöscht, aber wir haben ihn unter Kontrolle“, zitiert ihn die Sächsische Zeitung. Angrenzende Häuser werden noch auf Schadstoffe untersucht, Wasserproben genommen und ins Labor geschickt.
Der Brand war am Dienstagnachmittag am Schliebenparkplatz in Bautzen ausgebrochen. Er führte zu einem ausgedehnten Dauereinsatz der Feuerwehr, die sogar mit einem ferngesteuerten Roboter der Berufsfeuerwehr Dresden den Containern zu Leibe rückte. Giftige Dämpfe stiegen auf, eine Theatersommervorstellung in der Nähe musste aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.
Doch zunächst kamen die Feuerwehrleute nicht an den Brandherd heran, sie konnten nur von außen kühlen und fluteten den brennenden Batteriespeicher mit 5000 Liter Wasser pro Minute. Dafür wurde Wasser aus der Spree entnommen. Löschwasser lief auch in die Kanalisation; mögliche Belastungen und der weitere Umgang damit werden geprüft.
Mehr als Kühlen konnte sie nicht. Denn wenn eine Lithium-Ionen-Zelle außer Kontrolle gerät, beginnt kein gewöhnlicher Brand, sondern ein komplexer chemischer Prozess.
Jede der Zellen besteht aus Anode, Kathode, brennbarem Elektrolyten und einem dünnen Separator. Wird sie durch Kurzschluss, Überladung, Überhitzung, Beschädigung oder einen Produktionsfehler erwärmt, beginnen Schutzschichten und Elektrolyt sich unter weiterer Wärmeabgabe zu zersetzen.
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