10.000 Menschen erwarteten die Organisatoren des Marsches für das Leben, der am 18. Januar in Paris stattfand – über 15.000 kamen, um gegen die geplante Legalisierung der aktiven Sterbehilfe zu protestieren. Die Bilder zeigen vor allem junge Menschen, die sich hier gegen eine Tötung als Gesundheitsleistung aussprachen. Nur wenige Tage später scheiterte das Gesetzesvorhaben im französischen Senat.
(c) Marche pour la vie
Ein wichtiges Zeichen: Tod und Sterben werden in westeuropäischen Gesellschaften an den Rand gedrängt und ungern diskutiert. Dennoch ist der Umgang mit Leidenden und Sterbenden ein Maßstab für den Zustand einer Gesellschaft, sowohl in zivilisatorischer als auch in sozialer Hinsicht.
Gleich ob in den Niederlanden, in Belgien oder jüngst in Großbritannien, wo ein entsprechendes Gesetz 2025 durch das Unterhaus angenommen wurde, und seitdem der Bestätigung durch das Oberhaus harrt: Stets steht am Beginn der Legalisierung das Versprechen, lediglich Extremfällen gerecht werden, unsägliches Leid lindern zu wollen. Der aktuelle Stand der Schmerztherapie und der Palliativ- und Hospizversorgung wird hingegen nicht kommuniziert, so dass überkommene Horrorszenarien von unerträglichen Schmerzen bei gleichzeitiger Handlungsunfähigkeit den emotionalen Ton der Debatte prägen: Dann lieber rechtzeitig selbstbestimmt „gehen“.
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