„Wir können das alles gar nicht mehr leisten“, sagt Wolfgang Büscher, Sprecher des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“, bei NIUS Live am Abend am Donnerstag. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Mittwoch in der Generaldebatte im Bundestag Kinderarchen, Tafeln und Nachbarschaftshilfe als Beispiele für Menschen und Initiativen genannt, „die sich um den sozialen Zusammenhalt mühen“. Für Büscher ist Merz’ Verweis auf die Arche kein Beleg für einen funktionierenden Staat, sondern Ausdruck eines Versagens: Private Helfer müssten immer mehr Aufgaben übernehmen und das dafür nötige Geld selbst organisieren.
Hintergrund: Die Arche wurde 1995 von Bernd Siggelkow in Berlin-Hellersdorf gegründet. Das Kinder- und Jugendwerk unterstützt Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen unter anderem mit kostenlosen Mahlzeiten, Hausaufgabenhilfe, Freizeitangeboten und Beratung. Inzwischen spricht Büscher von 42 Einrichtungen mit 11.500 Kindern und Jugendlichen.
Zur aktuellen Lage sagt Büscher: „Mir sagte gestern der Leiter einer Arche in Hamburg: Ich bekomme immer mehr Anfragen, weitere Archen zu eröffnen.“ Gleichzeitig steht das Hilfswerk nach seinen Angaben unter erheblichem finanziellem Druck. „Wir brauchen für die letzten vier Monate noch 12, 13 Millionen Euro.“ Die Arche müsse dieses Geld selbst organisieren. Büscher sagt: „Wir leisten hier eine unvorstellbare Arbeit, manchmal sieben Tage die Woche.“
Im Zusammenhang mit der wachsenden Belastung der Arche übt Büscher auch scharfe Kritik an der deutschen Migrationspolitik: „Wir haben in der Migrationspolitik alles falsch gemacht. Alles falsch gemacht.“
Arche-Sprecher Wolfgang Büscher im Studio von NIUS Live am Abend am 10. September.
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