Abtreibung und Selbstbestimmung: Die Datenlage ist mangelhaft

vor mehr als 1 Jahr

Abtreibung und Selbstbestimmung: Die Datenlage ist mangelhaft
Bildquelle: Tichys Einblick

„Das muss jede Frau selbst entscheiden.“ Eine Aussage zu Abtreibung, die liberal, emanzipiert und irgendwie selbstverständlich klingt. Wer denn sonst?

Allerdings liegen hier zwei Schwierigkeiten vor. Zum einen wäre da das eher abstrakte Problem, dass die Aussage oft implizieren soll, dass die Entscheidung dann und deswegen gut sei, weil eine Frau sich „selbst entschieden“ habe. Dabei liegt auf der Hand: Jeder Mensch trifft an jedem Tag Entscheidungen, sie sind aber nicht automatisch richtig und gut, weil jemand hinter seiner Entscheidung steht.

Zum anderen ist da die sehr konkrete Frage, was „selbst entscheiden“ bedeutet. Die Datenlage zu Gründen für Abtreibung ist notorisch schlecht. Das hat Gründe: Sehr viele Menschen in Deutschland sind direkt oder indirekt von Abtreibung betroffen. Es sind Mütter, die selbst eine Abtreibung haben vornehmen lassen, aber auch Eltern, die ihre Töchter nicht genügend unterstützt, Freundinnen, die die Frauen zum Eingriff gefahren, Männer, die ihre Partnerinnen dazu gedrängt haben.

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