Pecunia non olet, Geld stinkt nicht – das wussten schon die alten Römer, als sie Steuern auf Latrinen erhoben. Im Nahen Osten riecht das Geld neuerdings nach dem beliebten Rosenwasser. Denn acht muslimische Staaten, von den Vereinigten Arabischen Emiraten über die Türkei bis Indonesien haben erstmalig gemeinsam mit den USA und Israel einem 20-Punkte Gaza-Friedensplan zugestimmt, der in diesen Tagen Wirklichkeit werden könnte.
Das Werk trägt den Namen Donald J. Trumps, der selbst den Vorsitz im neu zu gründenden „Friedensrat“ übernehmen will. Aber der Deal-Macher heißt Jared Kushner, der 44-jährige Schwiegersohn des US-Präsidenten. Wichtigster Partner auf arabischer Seite ist Muhamad Bin Salman, das regierende Oberhaupt Saudi-Arabiens. Die Dollars, die Kushner in Riad, Doha und Abu Dhabi für seine Fonds bereits eingesammelt hat, werden in zwei- bis dreistelligen Milliarden-Beträgen gehandelt. Eine Politikversion, die vieles bisher Dagewesene in den Schatten stellt.
Geld bewegt die Welt, ist eine altbekannte Weisheit. In den letzten Jahrzehnten waren Finanzmittel wesentliche Voraussetzung für Kriege in Nahost. Der 7. Oktober 2023 steht dafür als blutiges Symbol. Es waren vor allem die Öl-Milliarden des Iran, die Tod und viel Leid auf beiden Seiten gebracht haben. Jetzt sollen Dollars Frieden bringen. Alle sollen daran beteiligt werden. Die einen mehr, die anderen weniger. Mehr die USA, der Trump-Clan, Israel und die arabischen Länder, die dem Trump-Lager nahestehen. Israel hat, wie Friedrich Merz im Juni richtig erkannt hat, „die Drecksarbeit für uns alle“ gemacht. Aber der Bundeskanzler hat daraus keine wirksamen politischen Schlussfolgerungen gezogen und von einem Waffenboykott gesprochen. Deshalb werden die Bundesrepublik und die EU – wenn überhaupt – in den nächsten Jahren in Nahost eher am Katzentisch sitzen und an die Einzahlkasse gebeten werden.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










