Als einen symbolischen Moment kann man die Weltausstellung 1851 im Hyde Park in London herausgreifen. Ziel dieser Ausstellung war nicht nur eine technische Leistungsschau, sondern auch, den freien Handel anzupreisen, der als Treiber des Fortschritts erkannt worden war. Schon das Gebäude zeigt, wozu man im 19. Jahrhundert in Europa in der Lage war, worauf wir heute eigentlich nur staunend zurückblicken können. Die Weltausstellung sollte ihre Tore von Mai bis Oktober 1851 öffnen. Aber erst am 26. Juli 1850 wurde der Entwurf des herausragenden Architekten und Landschaftsgärtners Joseph Paxton – der später als Crystal Palace (Kristallpalast) bezeichnete Bau – beauftragt. Das Gebäude war eine einzigartige Konstruktion aus Stahl und Glas, 563 Meter lang, 124 Meter breit und bis zu 33 Meter hoch.
Paxton war einer der Selfmademen der viktorianischen Zeit, der sich durch eigene Leistung vom Kind eines armen Arbeiters hochgearbeitet hatte. Ihm gelang es, dieses Gebäude mit der Technik des 19. Jahrhunderts in nur rund acht Monaten zu errichten. Nicht nur prominente Besucher von Charles Darwin über Charles Dickens, Isambard Kingdom Brunel, Michael Faraday, Robert Stephenson bis zu Karl Marx ließen sich sehen, auch in der Bevölkerung schlug das Bauwerk große Wellen. Die Ausstellung wurde von mehr als sechs Millionen Menschen besucht – bei einer Bevölkerung von rund 18 Millionen.
Der belgische Philosoph Maarten Boudry schreibt: „Der Glaube an Fortschritt ist selbst eine recht junge Erfindung.“ Die Weltausstellung von 1851 war ein Symbol dafür. Treten wir einen Schritt zurück, denn diese Entwicklung lief in drei Wellen ab, die auch besser verständlich machen, wie wir in die heutige Krise gelangt sind. Illustrieren wir diese Veränderungen am Beispiel des Lebens dreier Menschen.
Um nur einige wenige zu nennen: Die Spektralanalyse wurde entwickelt, Carnot und Clausius arbeiteten an der Thermodynamik, auch um die Effizienz von Wärmekraftmaschinen zu verbessern, Elektrizität und Magnetismus wurden systematisch erforscht, Glühlampen und erste Generatoren entstanden. Die ersten ernsthaften Fluggeräte (Gleitflugzeuge) wurden konstruiert. Dieser ganze Fortschritt wäre ohne die massive Nutzung von Kohle und später Öl nicht möglich gewesen.
Isambard Kingdom Brunel (1806–1859) soll als einer der großen Erfinder und Unternehmer seiner Zeit beispielhaft herausgegriffen werden. Er baute mit seinem Vater den ersten Tunnel unter der Themse, begründete die Great Western Railway und war für rund 1600 Kilometer Eisenbahnstrecke verantwortlich, baute mehrere Bahnhöfe, über 100 Brücken, das erste Liniendampfschiff, die SS „Great Western“ (London–New York), sowie eine Reihe weiterer bahnbrechender Schiffe.
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