Das ZDF feuert den nächsten kritischen Journalisten

vor 5 Monaten

Das ZDF feuert den nächsten kritischen Journalisten
Bildquelle: Tichys Einblick

Normalerweise sind Prozesse ja eher langweilig, erst recht am Arbeitsgericht. Doch dieser Fall ist alles andere als normal, und er ist auch kein bisschen langweilig.

Denn hier entblößt das Zweite Deutsche Fernsehen gerade sein Selbstverständnis.

Vor dem Arbeitsgericht Mainz wird der Fall von Joachim Sperling verhandelt, den alle seit Urzeiten nur Joe nennen. Mehr als 30 Jahre ist der Mann beim Sender – seit 1994 als freier Mitarbeiter, seit 1998 mit einem Vollzeitvertrag, die meiste Zeit davon beim Polit-Magazin „Frontal“. Jetzt wirft ihm die öffentlich-rechtliche Anstalt vor, dem Ansehen des ZDF zu schaden.

Den Namen Joe Sperling werden die meisten nicht kennen. Ganz sicher nicht im Zusammenhang mit Kritik am ZDF. Das liegt daran, dass der Journalist noch nie öffentlich mit Kritik an seinem Arbeitgeber aufgefallen ist. Selbst jetzt, da der Sender ihn rausgeschmissen hat, will er sich zu seinem Fall nicht äußern.

Intern hat Sperling durchaus Kritik geäußert, aber stets nur auf dem Dienstweg. Zum Beispiel hatte er Zweifel an der Überprüfbarkeit der Bilder in einem Bericht über den Ukraine-Krieg. Und er stellte Fragen zu einem langjährigen und inzwischen verstorbenen Mitarbeiter in der „Frontal“-Redaktion. Der Mann wurde kurz nach seinem Ruhestand als Verbindungsmann zweier Geheimdienste enttarnt.

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