Dass sich Deutschland auf dem absteigenden Ast befindet, kann mittlerweile niemand mehr verborgen bleiben. Von Deutschland gehen kaum mehr Impulse aus, lange ist es her, dass hierzulande wissenschaftlich-technische, kulturelle oder ökonomische Spitzenleistungen vollbracht wurden. Umso mehr erstaunt es, dass offenbar noch auf einem Gebiet etwas zu gehen scheint: auf kulinarischem. Man tanzt auf dem Vulkan – zumindest jene, die es sich noch leisten können.
Gastronomisch kann unser Heimatland noch in der Champions League mitspielen, jedenfalls wenn man dem internationalen Restaurant-Ranking „La Liste“ folgt. Mehr als 1000 Restaurants aus der ganzen Welt sind hier aufgeführt und mit der Höchstwertung von 99,5 Punkten stehen die „Schwarzwaldstuben“ im badischen Baiersbronn ganz oben, gleichauf mit neun weiteren illustren Adressen in Europa, den USA und Asien.
„La Liste“ ist kein herkömmlicher Restaurantführer und testet auch nicht selbst wie der Guide Michelin mit seiner anonym tätigen Equipe hauptamtlicher „Inspektoren“. Bei „La Liste“ handelt es sich um eine riesige Datenbank, in der alle anderen Rankings und Medienberichte über 40.000 Restaurants weltweit gespeichert sind. Zum Vergleich: Der Guide Michelin beschreibt rund 16.000 Adressen.
Ein Algorithmus, der sein Wissen aus mehr als 1100 Quellen bezieht, erstellt eine Liste mit insgesamt 1200 Restaurants, die derzeit die Weltspitze bilden. Die Quellen werden von „La Liste“ mit einem Glaubwürdigkeitsindex versehen, fließen also gewichtet in die Bewertung ein, darunter übrigens auch im Internet kursierende Gästeurteile.
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