Wie viel Sauerländer steckt eigentlich noch in Friedrich Merz?

vor 7 Monaten

Wie viel Sauerländer steckt eigentlich noch in Friedrich Merz?
Bildquelle: NiUS

Friedrich Merz inszeniert sich gern als bodenständiger Sauerländer – doch passt sein politisches Handeln noch zu diesem Bild? Ein Blick auf die Charakterausprägungen der Menschen in seiner Heimatregion zeigt, dass das politische Handeln des Kanzlers nicht gerade die feine sauerländische Art ist – und warum er sich schnell auf seine Wurzeln zurückbesinnen sollte.

„In Bonn sagen die Leute, im Sauerland gibt es nur Jäger und Förster. In Bonn sagen die Leute immer, im Sauerland sei die Zeit stehen geblieben. In Bonn glauben die Leute sogar, im Sauerland sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht.“ Lauter alte Vorurteile über die wirtschaftsstarke Region im Südosten Westfalens – präsentiert von Friedrich Merz im ersten Bundestagswahlkampfvideo aus dem Jahr 1994.

Im ersten Wahlkampfvideo von Merz präsentierte er sich vor Feldern, Wiesen und Wäldern. Von seinen politischen Standpunkten ist ähnlich viel geblieben wie von seiner Haarpracht.

In dem ulkigen Spot präsentiert sich der gebürtige Briloner als nahbarer Sauerländer, wird von den vorbeischlendernden Jägern mit „Horrido, Friedrich“ und „Guten Tach, Herr Merz“ gegrüßt. „Einer von uns“ sollte sich wohl der damalige Wähler denken. Eine Taktik, die er auch heute noch nutzt.

Das ist nicht verwunderlich: Eine tiefe Verbundenheit zum eigenen Wahlkreis, eine gewisse Bodenständigkeit, lässt sich im Politalltag bekanntermaßen als großer Pluspunkt verkaufen. Vor allem, wenn man wie Friedrich Merz das zweithöchste Amt in diesem Staat bekleidet. Die Frage lautet daher: Agiert Merz auch wie ein echter Sauerländer oder ist das Handeln nicht mehr mit seinen Wurzeln vereinbar?

Um das beurteilen zu können, lohnt sich ein Blick darauf, wie die Menschen in seiner Heimatregion – abseits alter Bonner Vorurteile – wirklich gestrickt sind. Wütend sind sie in der Regel jedenfalls nicht, auch wenn der Name das vielleicht vermuten lässt.

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