Quo vadis, Hessische Staatsweingüter?

vor etwa 1 Jahr

Quo vadis, Hessische Staatsweingüter?
Bildquelle: Tichys Einblick

Die Abberufung von Dieter Greiner bei den Hessischen Staatsweingütern markiert einen tiefen Einschnitt. Nun stellt sich die Frage, wie es mit dem einstigen Vorzeigebetrieb weitergehen soll. Das viel beschworene weinbauliche Erbe der Zisterzienser soll „neu ausgerichtet werden“, so die Erklärung von Hessens Weinbauminister und Aufsichtsratsvorsitzender der Staatsweingüter GmbH Ingmar Jung, der selbst aus einem renommierten Erbacher Weingut stammt. Quo vadis, Staatsweingüter?

Greiner habe in einem satten Vierteljahrhundert als Geschäftsführer „wichtige Grundlagen geschaffen, auf denen die Neuausrichtung aufbaut“, heißt es aus dem Ministerium. Mit seinem „professionellen, hochmotivierten Team und modernsten Produktionsbedingungen, wie dem Bau des Steinbergkellers und der Maschinenhalle“ habe er die Voraussetzungen geschaffen, anerkannt hochwertigste Weine zu erzeugen.

Das lässt sich unter die üblichen, standardisierten Lobhudeleien und nichtsagenden Floskeln zum schnellen Abschied verbuchen, die man von Politikern gewohnt ist, und die das Publikum wohl kaum mehr ernst nimmt. Entlassung trotz des großen Erfolges und weitsichtiger Geschäftspolitik? Ingmar Jung müsste als Rheingauer Winzersohn eigentlich wissen, dass die Hessischen Staatsweingüter in den vergangenen Jahren zunehmend an Renommee verloren haben, die Weine selbst aus Spitzen-Lagen nicht über das Mittelmaß hinauskamen, und das mit rund 240 Hektar Rebfläche größte deutsche Weingut weit unter Wert durch die Weinszene stolperte.

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