Eine Journalistin, die einen Satz mit „darf ich fragen…“ einläutet, ist keine Journalistin. Und das wäre eigentlich schon alles, was Sie zur Performance von Caren Miosga in ihrer Talksendung am Sonntagabend wissen müssten. Klimper, Klimper – Miosga macht Habeck schöne Augen. Kritische Fragen stellt sie ihm nicht. Es ist ein Wohlfühl-Interview, 30 Minuten Wellness im Fernsehen. Journalistisch kastriert, zahnlos und angeleint.
„Sie sind persönlich nicht eitel, aber gerade am besten geeignet, die Probleme der Zeit zu lösen, ist das richtig so?“ – mit solchen Fragen räumt Miosga noch letzte, unverständliche Verdachtsmomente, sie könnte versehentlich journalistisch-distanziert arbeiten, aus der Welt. Schon Miosgas Scholz-Interview wurde von Beobachtern eher als „warmes Bad“ für den Kanzler beschrieben. Und auch das Interview mit Habeck fällt nach journalistischen Maßstäben einfach durch.
So kommt Habeck mit allem davon. Selbstkritik? Fehlanzeige. Selbst an dem Desaster rund um das Heizungsgesetz seien nur schlechte Kommunikation und, natürlich, die FDP schuld. Zur „Schwachkopf“-Causa wird natürlich nichts gefragt – stattdessen gibt es weiche Fragen wie: „Wären Sie lieber Literaturnobelpreisträger oder Bundeskanzler?“ Bei Caren Miosga moderiert leider keine Journalistin, sondern nur Caren Miosga.
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