Kanada wählt am Montag ein neues Parlament: Es ist die erste Wahl nach dem Rücktritt des langjährigen Premierministers Justin Trudeau. Von ihm hat der ehemalige Chef der Bank of England, Mark Carney, die Zügel übernommen. Ihm könnte nun ein großer Coup gelingen: Noch vor wenigen Monaten lagen seine Liberalen meilenweit hinter den oppositionellen Konservativen – nach einer Aufholjagd liegt seine Partei wieder vor den Konservativen.
Das ist insbesondere für den konservativen Parteichef und Spitzenkandidaten, Pierre Poilievre, tragisch. Poilievre ist seit 2022 Parteivorsitzender – fast die gesamte Zeit lag er in den Umfragen vor den Trudeau-Liberalen. Noch im Januar wurde seinen Konservativen ein Erdrutschsieg prognostiziert. In Umfragen stand die größte Oppositionspartei damals noch bei bis zu 47 Prozent – teilweise rund 27 Prozentpunkte vor den Liberalen. Wären die Umfragen so verblieben, hätte Poilievre voraussichtlich den größten Wahlsieg in der Geschichte des modernen Kanadas eingefahren.
Poilievre hat seit seinem Antritt als Parteichef die Konservativen verändert: Nachdem 2015 der konservative Premierminister Stephen Harper durch Trudeau abgewählt worden war, blieben die Konservativen, im Vergleich zu den Republikanern in den USA, auf einem vorsichtigen, moderat-konservativen Kurs.
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