Ein Merkmal des Endes der Postmoderne, des rotgrünen, postdemokratischen Interregnums besteht im steilen Anstieg der Fieberkurve der Gesellschaft, befeuert durch eine derartige Häufung von Paradoxa, dass der Befund naheliegt, dass die Wirren, in die die Deutschland trudelt, die Paradoxa zum Normalzustand machen. Unsere gesellschaftliche Existenz im besten Deutschland, das die Grünen je hatten, ist zu einer Tatsache der Paradoxie geworden. Die Gegenwart der Bundesrepublik ist paradox, wie Wahlen und Wahlkampf zeigen, der sich von Tag zu Tag zu einem Zombie-Wahlkampf entwickelt. „Unsere Demokratie“ ist die Demokratie der Untoten, deren Zukunft Vergangenheit ist.
Die Wahlen am 23.02. gehören wohl mit zu den langweiligsten in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, denn der Ausgang dürfte kaum für größere Überraschungen sorgen. Paradox ist eben auch, wie jeder sich noch innig eine Überraschung wünscht, irgendeine unvorhersehbare Wendung, doch die Überraschung könnte am Ende nur durch ihre Abwesenheit überraschen.
Die Ergebnisse der Sonntagsfrage sind bei den Meinungsforschungsinstituten grosso modo konstant und bewegen sich kaum, zwischen den politischen Lagern eigentlich gar nicht. Obwohl der Begriff politische Lager angesichts der Amphibienhaftigkeit der Union ein Euphemismus, eine nostalgiebeschwerte Erinnerung an die Vormerkelzeit verkörpert.
In den Redaktionen werden schon aus lauter Verzweiflung, um Interesse für einen Artikel über die neuesten Ergebnisse der Sonntagsfrage zu generieren, waghalsige und aufgeputschte Schlagzeilen produziert, die eher Schlagsahne als Schlagzeilen sind, denn die Verschiebung von einem Prozent als großen Gewinn oder Verlust anzupreisen, der in der Fehlertoleranz der Umfragen liegt, ist gesichert lächerlich.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










