Als das Bündnis Sahra Wagenknecht gegründet wurde, galt die Partei der ehemaligen Linken-Politikerin als eindeutig oppositionelle Kraft. Nach den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg sieht das schon anders aus: Das BSW soll mitregieren, um der CDU zur Mehrheit zu verhelfen. Doch das BSW, beziehungsweise dessen Namensgeberin, wird sich der eigenen Rolle immer bewusster und verkündet siegessicher: Die CDU soll sich von ihrer Parteilinie verabschieden, damit wir Koalitionsgespräche führen – und die Christdemokraten lassen sich auf das Spiel ein.
Dafür zeigt sich die CDU in Thüringen sogar willig, eine „Friedenspräambel“ zu unterzeichnen. Eine Forderung, die das BSW erst nach den erfolgreich abgeschlossenen Sondierungsgesprächen in Person von Wagenknecht höchst selbst ins Gespräch brachte (Apollo News berichtete). Die BSW-Landesvorsitzende Katja Wolf hatte sich zuvor noch mit dem Status Quo zufriedengegeben – blockierte dann jedoch die Koalitionsgespräche.
Doch Wagenknecht selbst geht es nicht um irgendeine Regierungsbeteiligung in irgendeinem Bundesland: Sie möchte ihre Partei in den Bundestag bringen. Und dafür darf sie den Status des Außenseiters nicht aufgeben. In einer Regierungskoalition muss man schnell Kompromisse eingehen, moderater auftreten – kurzum: sich anpassen. Aber genau das wäre gefährlich für ihre Partei. Also setzt das BSW auf Maximalforderungen, darauf, dass sich die CDU massiv an das BSW anpasst.
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