Bei all den Geschichten um grünen und roten Filz vergisst man zu leicht, welche Tradition der schwarze Filz hat. In Berlin hat er eine Vorgeschichte. Dort löste der christdemokratische Filz den sozialdemokratischen Filz ab. Über den Garski-Skandal stürzte die Regierung von Dietrich Stobbe (SPD). Danach übernahm Richard von Weizsäcker (CDU). Kaum war der aus dem Amt, folgte mit Wolfgang Antes ein handfester CDU-Skandal.
Warum der Ausflug in die Geschichte? Weil die Berliner Skandale, ob Garski oder Antes, lange vor der Ära beginnen, als Berlin Bundeshauptstadt war. Der Filz ist inhärent, er kam nicht von außen. Dietrich Garski war Bauunternehmer, für dessen Projekte in Saudi-Arabien der Berliner Senat mit einer dreistelligen Millionensumme bürgte. Wolfgang Antes war Baustadtrat des Bezirks Charlottenburg und erhielt sechsstellige Bestechungsbeträge von Bauunternehmern, denen er im Gegenzug freundliche Pachtkonditionen einräumte.
Bauen und Berlin: eine lange Geschichte der Skandale, der Korruption und Ungereimtheiten. Möglicherweise hat sie diese Woche ein neues Kapitel erhalten. Führt man sich diese über Jahrzehnte gelebte Normalität an – Beispiele gibt es neben den beiden genannten noch viele mehr –, dann ist die Annahme nicht unbegründet, dass bei „merkwürdigen Zufällen“ ein neuer Bauskandal dahinterstecken könnte.
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