Was als Fortschritt gedacht war, entwickelt sich zunehmend zu einer belastenden Debatte für Brüssel: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte die Anwendung in Brüssel vorgestellt und betont, sie sei „technisch bereit“ für den Einsatz. Die App soll es ermöglichen, das Alter von Nutzern im Internet zu bestätigen – etwa beim Zugang zu sozialen Netzwerken oder nicht jugendfreien Inhalten. Für die plötzlich großen politischer Bemühungen, Minderjährige besser vor Risiken im Netz zu schützen, gilt das Projekt als zentraler Baustein.
Doch unmittelbar nach der Veröffentlichung des Quellcodes auf der Plattform GitHub begannen Fachleute mit der Analyse und fanden schnell gravierende Schwachstellen. Der irische Sicherheitsberater Paul Moore erklärte öffentlich, er habe die Schutzmechanismen der App innerhalb von nur zwei Minuten umgehen können, berichtet dazu auch Politico. Seinen Angaben zufolge würden sensible Daten lokal auf dem Gerät gespeichert, ohne ausreichend abgesichert zu sein.
Ähnliche Kritik kommt auch aus Frankreich: Der bekannte Hacker Baptiste Robert bestätigte Sicherheitslücken und wies darauf hin, dass sogar biometrische Schutzmechanismen umgangen werden könnten. Damit wäre es theoretisch möglich, dass unbefugte Personen – etwa Minderjährige – die App nutzen, ohne die vorgesehenen Sicherheitsabfragen zu durchlaufen.
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