„Unser Grundgesetz“, „Nicht-Migranten“ – das ist die finale Patriotismus-Pervertierung durch große Leere

vor etwa 2 Monaten

„Unser Grundgesetz“, „Nicht-Migranten“ – das ist die finale Patriotismus-Pervertierung durch große Leere
Bildquelle: Apollo News

Frank-Walter Steinmeier steht auf einem Sportplatzgelände in Westfalen. Der Pullover ist ein wenig oll, den Farbroller haben die behandschuhten Hände des Bundespräsidenten fest umfasst. Er ist ein Anstreicher – an diesem Tag auch tatsächlich. Er streicht eine Wand. Dabei geht es um das Grundgesetz. Irgendwie zumindest.

Deutschland ist ein Land, das sich schwertut mit sich selbst – und sich erst recht nicht feiert. Der Nationalfeiertag der Bundesrepublik, der 3. Oktober, ist offiziell der „Tag der Deutschen Einheit“. In der Wahrnehmung der Bevölkerung ist er wohl eher „ein freier Tag im Oktober“, der alle Jahre wieder ereignis- und bedeutungslos an den allermeisten Bundesbürgern vorbeizieht. An den 17. Juni, den Tag des Volksaufstandes in der DDR 1953, denkt schon niemand mehr.

Der Bundespräsident will dieser großen Feier-Leere nun etwas entgegensetzen: den Tag des Ehrenamtes am 23. Mai, dem Geburtstag des Grundgesetzes. Es geht ihm auch um sich selbst – wenigstens irgendetwas will dieser blasse Bundespräsident hinterlassen haben. Steinmeier ist nämlich selbst ein wenig wie der Tag der Deutschen Einheit: staatlich mit hohen Würden behängt, aber für die meisten Bürger doch bedeutungs- und konsequenzlos.

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