Kann Orbán zurückkehren?

vor 3 Monaten

Kann Orbán zurückkehren?
Bildquelle: Tichys Einblick

Bereits in der Wahlnacht am 12. April erkannte Orbán seine Niederlage an – und sprach zugleich von einem Neubeginn: „Die Arbeit beginnt”. Da ist viel zu tun: Seine Partei, Fidesz, hatte bei der Listenwahl zwar gar nicht einmal so schlecht abgeschnitten, mit fast 40 Prozent der Stimmen. Auch das Ergebnis des Wahlsiegers war bei Licht besehen mt 53 Prozent gar nicht so phänomenal: Orbán hatte 2022 mehr geschafft, 54 Prozent.

Aber dort, wo die meisten Beobachter seine eigentliche Stärke vermutet hatten, in den 106 Wahlkreisen, wo entsprechend viele Abgeordnete direkt gewählt werden, dort schmierte Fidesz buchstäblich ab. Nur in 10 Wahlkreisen gelang ein Sieg. 2022 waren es 87 gewesen. Und so wurde aus den 53 Prozent für Tisza die größte parlamentarische Mehrheit seit der Wende, 141 von 199 Mandaten. 2022 hatte Fidesz mit etwas mehr Stimmanteil „nur” 135 Mandate errungen. In den Wahlkreisen lag also das Problem.

Orbán kündigte drei Dinge an, um die Partei zu erneuern: Am 28. April werde der Wahlausschuss der Partei zusammentreten, um einen Kongress vorzubereiten, auf dem sich Fidesz personell neu aufstellen werde. Unabhängig davon werde er die Zusammensetzung seiner Fraktion ändern: Er habe auf Sieg gesetzt, und mit den Kandidaten, die es letztlich ins Parlament schafften, hätte er sehr gut regieren können. Oppositionsarbeit verlange aber andere Persönlichkeiten.

Er selbst gehört offenbar zu jenen, die für Oppositionsarbeit ungeeignet sind: Am Wochenende gab er bekannt, dass er sein Parlamentsmandat nicht annehmen werde. Auch der Chef der mit Fidesz liierten Katholiken-Partei KDNP wird nicht im Parlament sitzen, ebenso wie zwei politische KDNP-Veteranen. Von den 52 Fidesz-KDNP-Mandaten sind das schon vier, die neu besetzt werden müssen. Zugleich kündigte er an, er werde für den Parteivorsitz weiterhin zur Verfügung stehen.

Am Wahlabend hatte er auch gesagt: „Wir werden in alle Wahlkreise gehen, die Aktivisten treffen”, und da werde man sehen, wo die Probleme lagen. Seither wurde Orbán in den Wahlkreisen aber nicht gesehen, auch nicht andere Fidesz-Granden. Vielleicht kommt das ja etwas später.

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