Die aktuelle Umfrage in 23 EU-Ländern zeigt ein zunehmendes Misstrauen gegenüber der Migrationskoordination auf EU-Ebene – die meisten Europäer kennen offenbar die Fakten zur Massenmigration: 113.000 Asylanträge in Deutschland wurden allein im Jahr 2025 gestellt, weitere 16.500 Asylanträge im viel kleineren Österreich. Und die Kritik an einer Frontex-Grenzschutztruppe der EU mit mehr als 2.500 Beamten, die bereits knapp eine Milliarde Euro pro Jahr kostet, wächst: Frontex ist offensichtlich viel zu schwach, um die EU-Außengrenze wirksam zu überwachen – wenn sie das denn überhaupt soll.
Laut Befragung des Kommunikationsberatungsunternehmens FGS Global, aktuell von Politico veröffentlicht, stimmen 71 Prozent der 11.714 Befragten der Aussage zu, die Europäische Union müsse den Mitgliedstaaten „deutlich mehr Kontrolle über ihre eigenen Grenzen“ einräumen, um Migration besser steuern zu können. Die Ergebnisse fallen in eine Phase, in der Brüssel an Reformen arbeitet, um den Schutz der EU-Außengrenzen zu stärken und besonders belastete Staaten stärker zu unterstützen.
Gleichzeitig birgt dieser Wunsch nach Renationalisierung Risiken für einen der Grundpfeiler der europäischen Integration: den Schengen-Raum. Die 29 Schengen-Staaten – davon 25 EU-Mitglieder – haben sich verpflichtet, auf Kontrollen an den Binnengrenzen zu verzichten. Zwar erlaubt das Regelwerk bei ernsten Bedrohungen zeitlich befristete Ausnahmen, diese sollen jedoch auf maximal zwei Jahre begrenzt bleiben. In der Praxis sieht es anders aus: Seit 2025 haben zwölf EU-Staaten bei der Europäischen Kommission temporäre Grenzkontrollen gemeldet, acht davon mit Verweis auf die belastende Migration. Einige Länder kontrollieren ihre Grenzen faktisch bereits seit Jahren selbst – wie etwa auch Deutschland.
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