Europa müsste an der Seite der USA seine Energieadern schützen

vor 4 Monaten

Europa müsste an der Seite der USA seine Energieadern schützen
Bildquelle: Tichys Einblick

Die Krise von Hormuz droht für die Europäer zur Katastrophe zu werden. Keine Region ist so abhängig von Öl- und Gaslieferungen wie Europa, während die USA energieautark aus einer vergleichsweise souveränen Position heraus operieren können. Gerade deshalb müssten die Europäer ein vitales Interesse daran haben, die Straße von Hormuz militärisch zu sichern, um ihren Energiefluss zu gewährleisten.

Das geopolitische Schachbrett verschiebt sich rasant: US-Präsident Donald Trump hat die Frage aufgeworfen, ob es überhaupt im amerikanischen Interesse liegt, diese Lebensader unter erhöhtem Risiko offen zu halten – eine Schockmeldung aus europäischer Sicht, die jedoch nahezu ohne jede Regung verhallte.

Die USA haben gleich zu Beginn der Krise eine entscheidende Weichenstellung vorgenommen und ihren Vorstoß in das maritime Versicherungsgeschäft angekündigt. Nach einer Vervierfachung der Prämien und der Weigerung zentraler Versicherungsanbieter wie Lloyd’s, die Risiken der Passage durch Hormuz zu versichern, stehen die Vereinigten Staaten schon bald mit einem staatlich gestützten Rückversicherungsmechanismus bereit, um dieses geopolitisch fundamentale Geschäft an sich zu ziehen. Sie bestimmen damit, wer die Passage befährt und wer nicht.

Damit befindet sich Europa in einer zunehmend brisanten strategischen Zwangslage. Militärisch ist man nicht handlungsfähig und wirtschaftlich durch die fatale Energiepolitik auf vielfache Weise von anderen abhängig, wie beispielsweise von LNG-Lieferungen aus den USA.

Es passt ins Bild, dass US-Präsident Trump am Mittwoch die Öffnung der Straße von Hormuz durch die amerikanische Navy offen in Frage stellte. Denn über den Hebel des Versicherungsgeschäfts und der maritimen Sicherung lassen sich künftig Zugeständnisse in Handels-, Industrie- und Regulierungsfragen erzwingen. Dies gilt sowohl für die Europäer als auch für China.

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