Totensonntag und seine Konsequenzen für die Flüchtlingspolitik

vor 8 Monaten

Totensonntag und seine Konsequenzen für die Flüchtlingspolitik
Bildquelle: Tichys Einblick

„Totensonntag“ nennen die evangelischen Christen den letzten Sonntag im Kirchenjahr vor dem ersten Advent. An diesem Tag wird in besonderer Weise an die Verstorbenen gedacht. Die schmerzhafte Endlichkeit von uns Menschen wird überdeutlich:

• Unsere Zeit ist endlich. • Unsere Ressourcen sind endlich. • Unsere Aufmerksamkeit ist endlich. • Unsere Perspektiven sind endlich. • Unsere Motivation ist endlich. • Unsere Einflussmöglichkeiten sind endlich. • Die Reichweite unserer Handlungen ist endlich.

Eigentlich eine Binsenwahrheit. Doch wie gerne blenden wir das aus und tun so, als müssten wir niemals sterben. Dagegen heisst es am Totensonntag: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen“. Aber nicht, um dadurch depressiv zu werden, sondern „auf dass ihr weise werdet“ (Psalm 90,12). Das Bedenken der Endlichkeit unter dem biblischen Zuspruch der Gnade Gottes ist kein Depressivum, sondern eine Schule, die Menschen realitätsangepasster und damit klüger leben lässt. Martin Heidegger betonte, dass der Tod und das Wissen des Menschen um den Tod den Menschen intensiver leben lässt und ihm so zur wahren Existenz verhilft. Im Angesicht des Todes hat der Mensch die Chance, seine Kräfte zu fokussieren, um noch ein allerletztesmal in den Urlaub fahren zu können, um sich einen Lebenstraum zu erfüllen, um seine wichtigen Herzensanliegen zu verwirklichen.

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