Drei vollendete Tötungsdelikte nennt die Statistik für politisch motivierte Kriminalität (kurz: PMK), zwei im Bereich religiöser Ideologie – doch mindestens sieben Menschen starben 2024 bei islamistischen Anschlägen in Deutschland. In Magdeburg kamen darüber hinaus sechs weitere Menschen durch den saudischen Attentäter Taleb A. ums Leben. Auf Nachfrage verweist das BKA lapidar auf die Länder. NIUS zeigt, wie die PMK-Statistik ihre eigene Aussagekraft verspielt.
2024 war ein Jahr tödlicher islamistischer Gewalt in Deutschland. In Mannheim wurde ein Polizist bei einem Anschlag auf Islamkritiker Michael Stürzenberger auf offener Straße getötet. In Solingen stach ein syrischer Islamist auf Besucher eines Stadtfestes ein – drei Menschen starben. In München erschoss ein Jugendlicher mit bosnischen Wurzeln einen Passanten in der Nähe des israelischen Generalkonsulats; und es fuhr dort ein Islamist in eine Verdi-Demonstration – zwei Menschen starben, 37 wurden verletzt.
Doch auf der Pressekonferenz von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt zur neuen Statistik der politisch motivierten Kriminalität spielte der Terror nur eine beiläufige Rolle, Zahlen zu den Toten erfuhr man nicht. Stattdessen richtete sich der Fokus auf „rechtsextreme Hasskriminalität“; Dobrindt warnte vor Rechtsextremismus als „größter Gefahr für die Demokratie“. Das Bundeskriminalamt verzeichnete einen Rekordwert von 84.172 politisch motivierten Straftaten – die Hälfte davon dem Bereich „PMK -rechts-“ zugeordnet. In Talkshows und Nachrichtenformaten folgte auf die Statistik eine gern geglaubte Unwahrheit: Die größte Gefahr komme von rechts.
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