Die Jubelmeldungen über die vermeintliche Rückkehr des Wirtschaftswachstums wirken verstörend, gleicht man sie mit der Realität im Maschinenraum der deutschen Industrie ab. Hält die Politik Kurs, ändert sie nichts an ihrer Klima- und Energiepolitik, an ihrer Haltung zu Russland und kehrt nicht zu den Regeln der Marktwirtschaft zurück, dann droht weitere Industrieerosion! In diesem Falle wird sich der Abverkauf des zerstückelten Motors der deutschen Prosperität, seiner Industrie, nur weiter beschleunigen.
Abseits von den Horrormeldungen von Volkswagen, Porsche und Co. spielen sich auch in den eher weniger beachteten Industriesektoren ökonomische und menschliche Dramen ab. In gerade einmal vier Jahren verlor beispielsweise die deutsche Möbelindustrie 20 Prozent ihres Umsatzes. Firmen wandern an osteuropäische Standorte ab. Oft nach Polen oder Ungarn, wie beispielsweise Homan Holzwerkstoffe und EuroComfort. EuroComfort beispielsweise investierte im vergangenen Jahr 37 Millionen Euro in ein Produktionswerk in Leszno in Polen. Andernorts ist man glücklich über deutsche Investitionen und Patente, über die Wertschöpfung und den Wohlstand, den die Industrie mit sich führt.
In der realen Ökonomie steht die Ampel auf Rot. Dies gilt auch für die Möbelindustrie, die damit pars pro toto für die vertrackte Lage der gesamten deutschen Industrie steht. Ihr Umsatz schrumpfte drei Jahre in Folge und beträgt nur noch 15,8 Milliarden Euro. Auch im ersten Halbjahr dieses Jahres ging es weiter bergab: Bislang fiel der Umsatz um 2,7 Prozent auf nur noch 7,7 Milliarden Euro. Das lag vor allem am Einbruch der Binnennachfrage, die um 4,1 Prozent nachgab – eine Folge der allgemeinen Kaufkrafterosion in dem doch angeblich so prosperierenden Land.
Bundeshaushalt 2027 | Etats Inneres, Justiz & Verbraucherschutz | 10.09.26









