Unverdaulich: Die ARD wärmt im Ruhrpott alte Balkansauce auf

vor 5 Monaten

Unverdaulich: Die ARD wärmt im Ruhrpott alte Balkansauce auf
Bildquelle: Tichys Einblick

So viele Krisen und Kriege, deren Versprengte, Entwurzelte und Flüchtige man in Deutschland aufgenommen hat, und doch bedienen sich die ARD-Krimi-Redaktionen auffällig oft beim Desaster des zerfallenen Kunststaates Jugoslawien. Vielleicht sind der Sudan, Kongo, Eritrea und Libyen, Irak und Afghanistan einfach zu toxisch. Nach der Installation eines bürgerkriegsgeschädigten muslimischen Bosniers im Tatort-Team Frankfurt (Edin Hasanovic als Kommissar Hamza Kulina), der gewalttätigen Eliminierung eines Folterknechts in einem Wiener Altenheim (Bibi Fellner und Moritz Eisner ermittelten) und nachdem die Münchner Ermittler Batic und Leitmayr in „Charlie“ durch eine Simulation des Bosnienkriegs gestolpert waren, widmet sich dieser Sonntagskrimi erneut dem Trauma der Balkankriege.

In Dortmund, so könnte der unbefangene Zuschauer meinen, ist die Integration geglückt. Der noch in der letzten Tatort-Folge als Finsterling aus der organisierten Bandenkriminalität dargestellte Lorik Duka (Kasem Hoxha) ist ja eigentlich ganz nett, ebenso seine Schwester Klea Duka (Elda Sorra) mit ihrem entzückenden Schoßhündchen Loana. Außerdem ist in Loriks Villa alles tip top, die Koniferen sind getrimmt, der Pool sauber und der Rasen gestutzt. Darum kümmern sich nicht etwa tätowierte Schlägertypen, sondern brave Roboter.

Die beiden Dukas kennen die Kommissariatsleiterin Ira Klasnić (Alessija Lause) als „Tante Ira“ von früher und gehen ganz vertraut mit ihr um. Der Besuch von Tante Ira dreht sich auch nur am Rande um dienstliche Nebensächlichkeiten, etwa den Morden am Zuhälter Golko Hasani und an Neffe Edwin Berisha. Ob da die Dukas nicht vielleicht ein kleines Kopfgeld auf den Mörder des Verwandten ausgesetzt hätten? Aber nein, wo denken sie hin, außerdem muss Lorik ganz eilig auf die nächste Vernissage, er ist nämlich Galerist und ein einziges Meisterwerk in seiner Villa ist mehr wert als der Verdienst von Hauptkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann), selbst wenn der den mit Korruption aufhübschen würde.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel