Früher – als Schüler mit Migrationsgeschichte „Einzelfälle“ waren – mag das anders gewesen sein: Da wurden vor allem Jungen mit Migrationshintergrund schon auch mal benachteiligt. Solche Jungen galten als Störenfriede. Anders als ihre Schwestern, denen man in der Schule wohlwollender begegnete. Daraus ist das Opfer-Narrativ entstanden, dass Schüler mit Migrationshintergrund benachteiligt würden. Man nahm an, dass offene oder auch subtile „Diskriminierung“ der alleinige Grund für schwächere Schulleistungen dieser Kinder seien.
Tatsache heute ist: Zahlreiche Schüler der ersten und zweiten Migrantengeneration schneiden schwächer ab als Schüler ohne eine solche Familiengeschichte. Sie haben die schlechteren Noten, kommen mit geringeren Anteilen ans Gymnasium, und sie schneiden bei standardisierten Tests schwächer ab. Oft liegen sie um zwei Schuljahre hinter ihren deutschen Altersgenossen zurück. Das gilt sogar für ganze Klassen, wenn sie einen Migrantenanteil von mehr als einem Drittel haben.
Wo stehen „Schüler mit Zuwanderungsgeschichte“? Das „Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen“ (IQB) der Humboldt-Universität zu Berlin belegte 2022, dass die Leistungen dieser Schüler seit 2015 immer noch schwächer geworden sind. Getestet waren mit streng objektiven, standardisierten Test Viertklässler, die nächste Testung erfolgt 2026.
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