45.000 Haushalte waren vom Brandanschlag im Berliner Südwesten betroffen – das sind laut dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) um die 100.000 Menschen. Alle waren durch den linken Terror buchstäblich in der Nacht aus der Zivilisation geschleudert worden. Tragödien spielten sich ab: frierende Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, ganze Stadtviertel im Dunkeln, kaum Informationen, oft funktionierten die Handys nicht, Angst, wie es weitergehen würde.
In dieser Stunde der Not zeigte sich ein Phänomen, von dem die ganz Alten ihren Kindern und Enkeln berichtet haben: Wenn Menschen bedroht werden, stehen sie zusammen. Das war im Krieg so, so war es in den Hungerwintern 1946 auf 1947. Und so ist es jetzt wieder. Viele betroffene Familien berichten, dass es in der Frühe klingelte, der Nachbar war da. „Wie kann ich helfen?“, wurden besonders betagte Menschen gefragt. „Ich gehe einkaufen, kann ich was mitbringen?“
Es war die Zeit der neuen, guten Nachbarschaft. Es war Lagerfeuer-Feeling, obwohl es kein Feuer gab. Motto: Wenn es kalt ist bei dir, kommst du zu mir. Und oft waren es Menschen, die einander gar nicht richtig kannten. Der Satz „ich wohne da vorne, da ist kein Strom“, war der Schlüssel zum Eintritt in die warme Wohnung. Aus Fremden wurden keine Freunde, aber Mitgefühl und Herzenswärme schmiedeten die Menschen zusammen.
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