Nicht mehr lange, da werden sie im Willy-Brandt-Haus das Porträt eines 65jährigen Mannes im Blaumann ausstellen, nämlich den letzten Arbeiter, der die frühere Arbeiterpartei SPD noch wählt. Das Interview des Juristen und Funktionärs Matthias Miersch im fast regierungsamtlichen Handelsblatt ist nur als Momentaufnahme einer Funktionsschicht interessant, die sich von der Realität verabschiedet hat und durch und durch reaktionär geworden ist. Denn wenn sie ihr Lieblingswort „Zukunft“ verwendet, meint sie de facto die Vergangenheit.
Der SPD-Funktionär Matthias Miersch, der alles, was er als rechts seiner linken Klassenkampfideologie wahrnimmt, gern als „rechten Mob“ bezeichnet und der nie in seinem Leben etwas anderes als Hörsäle, Parteibüros und Parlamente gesehen haben dürfte, gelingt es mit großem Erfolg, die frühere Stammwählerschaft der SPD zur AfD zu treiben. Und da er über kein einziges Argument mehr verfügt, diese Wähler von der AfD zurückzuholen, will er in Stalins und Ulbrichts Manier diese Partei verbieten.
Das ist keine polemische Wendung, sondern in Ludwigshafen haben Sozialdemokraten unter Komplizenschaft der CDU ganz im Sinne Ulbrichts und Mielkes gezeigt, was sie unter wehrhafter Demokratie verstehen, nämlich die im Sinne Ulbrichts verwehrte Demokratie.
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