Spanien treibt auf die Spitze, was in Europa seit Jahren zur politischen Gewohnheit geworden ist. Der Rechtsbruch wird nicht bekämpft, sondern im Nachhinein umetikettiert. Wer illegal ins Land gekommen ist, soll am Ende nicht zurückgeführt, sondern regularisiert werden. Aus der Kapitulation des Staates wird ein Verwaltungsakt gemacht. Aus Kontrollverlust wird angebliche Humanität. Genau so sieht der neue europäische Stil aus: Erst versagt der Staat an der Grenze, dann erklärt er das Ergebnis zur politischen Vernunft.
Im Januar 2026 verfügte die spanische Regierung aus Sozialisten und Kommunisten per Dekret – da sie im Parlament über keine Mehrheit verfügt – eine Massenamnestie für irreguläre Migranten, die vorwiegend aus Afrika nach Europa gelangt waren und die vor dem 31. Dezember 2025 in Spanien eingetroffen sind. Bis Juni 2026 könnten nach den im Bericht genannten Zahlen zwischen 500.000 und 700.000 Menschen einen legalen Aufenthaltsstatus erhalten. Die spanische Regierung rechtfertigt das mit Migrantenrechten, fiskalischen Erwägungen und Arbeitskräftemangel.
Schon diese Begründung ist ein politisches Dokument der Selbstentblößung. Wer den massenhaften illegalen Aufenthalt im Nachhinein mit Arbeitsmarkt, Steuereinnahmen und Rechten verteidigt, sagt den Bürgern nichts anderes als dies: Das Recht gilt nur so lange, bis seine Missachtung groß genug geworden ist. Dann wird es gebogen, bis es bricht. Dann wird aus der Verletzung der Ordnung plötzlich ein Anspruch auf Teilhabe.
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