Gipfeltreffen in Shanghai: Xi mobilisiert gegen den Westen

vor 11 Monaten

Gipfeltreffen in Shanghai: Xi mobilisiert gegen den Westen
Bildquelle: Tichys Einblick

Während sich die USA angesichts ihrer Zollpolitik mit immer mehr Ländern anlegen, erarbeitet sich China weltweit weitere Verbündete. Das Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) bot diese Woche eine Gelegenheit, Chinas Führungsanspruch in Asien und darüber hinaus zu demonstrieren. Gleichzeitig wenden sich die USA immer mehr von internationalen Abmachungen ab und schlagen einen protektionistischen Weg ein.

Angesichts von Konflikten und Handelsstreitigkeiten rief Peking auf dem jüngsten SOZ-Gipfel zu Einigkeit auf. Die Welt erlebe derzeit Veränderungen wie seit einem Jahrhundert nicht mehr, mit deutlich zunehmender Instabilität und Unsicherheit, sagte Staats- und Parteichef Xi Jinping in der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin. Das Gipfeltreffen am Montag gewann durch die Teilnahme von Indiens Premier Modi, der zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder chinesischen Boden betrat, an Brisanz. Seine Anwesenheit wurde als deutliches Signal an die USA unter Trump gewertet, nachdem dieser die US-Zölle auf indische Waren von 25 auf 50 Prozent erhöht hatte – 25 Prozent davon als Strafe für den Import russischen Öls. Diese Ankündigung kam überraschend, da die USA Indien jahrelang umworben hatten.

In Washington wird Indien über Parteigrenzen hinweg als asiatisches Gegengewicht zu Peking gesehen. Peking erhofft sich nun, Indien im Zuge des Zollstreits aus dem Orbit der USA zu ziehen. Als Zeichen sich bessernder Beziehungen forderte Xi bei seinem spektakulären Treffen mit Modi eine engere Zusammenarbeit mit Indien. China und Indien seien Partner, keine Rivalen, sagte er zu Modi. Beide Länder stellten füreinander Entwicklungschancen und keine Bedrohung dar.

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