Verehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrter Herr Söder, lieber Markus.
Du verlangst jetzt also, dass die Deutschen im Schnitt mehr arbeiten sollen, um die Wirtschaft zu stärken. Schon eine Stunde mehr Arbeit in der Woche würde uns enorm viel Wachstum bringen und sei nun „wirklich nicht zu viel verlangt“.
Ist es doch.
Denn dass es Deutschland nicht mehr so gut geht, liegt nicht daran, dass die arbeitenden Bürger plötzlich faul geworden wären.
Zuallererst liegt es daran, dass die politische Kaste, der Du angehörst und die Du geradezu archetypisch repräsentierst, unsere noch vor gar nicht allzu langer Zeit blühende Volkswirtschaft episch runtergerockt hat.
Das begann unter der CDU-Kanzlerin Angela Merkel – und immer mit Deiner CSU als willfährigem Mittäter. In den 16 Merkel-Jahren gab es nur eine einzige effektive Steuersenkung für Unternehmen: 2008 wurde die durchschnittliche Unternehmenssteuer von 38 auf 30 Prozent gesenkt. Seitdem ist Deutschland in Wahnsinnsgeschwindigkeit zur Steuer- und Abgabehölle für Unternehmer, aber auch für Selbstständige und Freiberufler abgestiegen.
Nach offiziellen Zahlen der OECD summieren sich bei uns die Einkommenssteuer und die Sozialversicherungsbeiträge auf insgesamt 49,1 Prozent der Lohnkosten. Damit liegen wir weltweit auf Platz 2. Nur in Belgien ist der Wert mit 51,5 Prozent noch etwas höher. Im OECD-Durchschnitt sind es übrigens nur 34,7 Prozent.
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