Sieben Erkenntnisse des Irankriegs: Trumps Risiken wachsen

vor 4 Monaten

Sieben Erkenntnisse des Irankriegs: Trumps Risiken wachsen
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Nach einem Monat Krieg der USA und Israels ist kein Ende in Sicht. Der Ausgang des Krieges ist offen. Ergebnisse könnten noch immer eine nachhaltige Veränderung der Machtverhältnisse im Nahen Osten und in Teheran sowie die Schwächung der Islamisten weltweit sein.

Allerdings ist es auch denkbar, dass sich der Waffengang ohne ein klar erklärtes Kriegsziel zu einem Desaster für die USA, für US-Präsident Donald Trump und die Weltwirtschaft entwickeln. Im allerschlimmsten Fall ist dieser Krieg sogar die Ouvertüre zu einem Dritten Weltkrieg.

In Peking und Moskau wächst derzeit der Optimismus, dass die USA deutlich geschwächt aus dem Konflikt mit dem Mullah-Regime hervorgehen. Der bisherige Kriegsverlauf macht die Verunsicherung und die Befürchtungen in Deutschland und den westlichen Hauptstädten verständlich. Europa könnte politisch und wirtschaftlich zu einem der größten Leidtragenden werden, wenn der Krieg in einem Desaster für die USA enden würde.

Dabei hat die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zumindest am Anfang diplomatisch nicht ungeschickt reagiert; Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat dann aber demonstriert, wie die meisten Politiker in Deutschland heute denken: weltfremd, naiv und überheblich. Merz distanziert sich inzwischen stärker von Trump, bekommt dafür allerdings aus Washington auch die Quittung.

Sieben Erkenntnisse eines risikoreichen Krieges nach einem Monat:

Die Eliminierung von Revolutionsführer Ayatollah Ali Chamenei und zahlreichen anderen führenden Politikern, Militärs und Funktionären des Regimes hat das System der Mullahs nicht zusammenbrechen lassen. Es gab seit Kriegsbeginn keine Anzeichen dafür, dass sich die Bevölkerung gegen das weitgehend verhasste Regime auflehnen und es stürzen würden: Die Iraner wissen aus Erfahrung, dass Sicherheitskräfte und die paramilitärischen Mörder- und Schlägerbanden jeden Protest gnadenlos und mit brutaler Gewalt beantworten würden.

Zwar gelang es den USA und Israel, mit massiven Luftangriffen den iranischen Streitkräften und den Revolutionsgarden schwerste Schäden zuzufügen. Obwohl ein Großteil der Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe, zahlreiche Fabrikanlagen der Rüstungsindustrie sowie Abschussrampen für Raketen und Drohnen zerstört werden konnten, kann Iran aber noch immer Ziele in Israel und in den arabischen Nachbarstaaten angreifen. Die angerichteten Schäden sind bisher – nach Maßstäben der Region – noch überschaubar, aber Teheran droht, Öl- und Entsalzungsanlagen der Golfstaaten zu attackieren, was dramatische Folgen für diese hoch industrialisierten, reichen Ölstaaten hätte.

Wenig deutet darauf hin, dass es gelungen wäre, die im Land verteilten und teilweise versteckten nuklearen Einrichtungen und Lagerstätten zu treffen. Der Mangel an Erfolgsmeldungen aus Washington und Jerusalem über die Zerstörung nuklearer Anlagen in Iran lässt vermuten, dass es da noch nicht viel zu vermelden gab.

Donald Trump macht es seinen politischen Gegnern wieder einmal mit wechselnden Aussagen über die Kriegsziele leicht, ihn zu kritisieren und den Waffengang als einen gravierenden Fehler für die USA zu bezeichnen. Obwohl der US-Präsident am Anfang von einem notwendigen Regimewechsel in Teheran sprach, versucht er jetzt mit Verhandlungen ein Ergebnis zu erzielen, das keineswegs eine Ablösung des Mullahs an der Macht impliziert.

Die Verlegung zusätzlicher US-Eliteeinheiten in die Golfregion soll seinem 15-Punkte-Plan Nachdruck verleihen, dem zufolge Teheran vor allem auf alle nuklearen Ambitionen verzichten und die Unterstützung von verschiedenen arabischen und islamistischen Organisationen im Ausland beenden soll.

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