Schon in zwei Jahren soll der erste schwach radioaktive Nuklearabfall in ein unterirdisches Lager verfrachtet werden, für das die finnische Strahlenschutz- und Nuklearsicherheitsbehörde (STUK) mit Sitz in Vantaa jetzt die Betriebsgenehmigung erteilt hat.
Damit überholen die Nordländer locker Deutschland, dessen Endlager für strahlende Abfälle, die keine Wärme erzeugen (früher schwach- und mittelaktive Abfälle genannt), bereits seit Jahrzehnten im Bau ist. „Zeche Konrad“, ein ehemaliges Eisenerzbergwerk, soll erst Anfang der 2030er Jahre aufnahmebereit sein. Das finnische Überholmanöver ist umso bemerkenswerter, als das Unternehmen Teollisuuden Voima Oyj in Eurajoki, das das Lager errichtet, mit dem Bau noch gar nicht angefangen hat.
Die unterirdische Anlage, die aus Felsgestein herausgesprengt wird, entsteht nahe Olkiluoto, dem Standort von zwei älteren und einem funkelnagelneuen Kernkraftwerk und in der Nähe eines schon existierenden Lagers für derartige Abfälle, das zu klein zu werden droht. Ein weiteres kleines Endlager befindet sich im Untergrund in der Nähe des zweiten finnischen Kernkraftwerks-Standort Loviisa. Das dritte Endlager wird Platz für 10.000 Kubikmeter Atommüll haben, wobei „Atommüll“ falsche Assoziationen weckt. Eingelagert werden Verpackungsmaterial, Filter und Abfälle aus der Nuklearmedizin, die nur geringe Strahlung aufweisen. Aber sicher und auf Dauer gelagert sollten sie schon werden, was einst auch in Deutschland galt. Doch zu mehr als zu oberirdischen gut belüfteten Hallen hat es bisher nicht gereicht.
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