Shakespeare oder KI – wer dichtet schöner?

vor mehr als 1 Jahr

Shakespeare oder KI – wer dichtet schöner?
Bildquelle: NiUS

William Shakespeare (1564 bis 1616) gilt als größter Dichter der Welt (neben Goethe). Er war unbestritten ein Genie, der mit seinen Versen Millionen Menschen begeisterte – und das mehr als 400 Jahre lang. Heute allerdings scheint der Großdichter Konkurrenz bekommen zu haben – vom Computer.

ChatGPT-verfasste Gedichte bekamen bei einer Befragung bessere Bewertungen als Original-Gedichte von William Shakespeare und anderer berühmter Autoren. Die Studienteilnehmer fanden die Gedichte der künstlichen Intelligenz im Schnitt schöner und rhythmischer, wie zwei Forscher der US-Universität Pittsburgh im Fachblatt Scientific Reports schreiben.

Shakespeare war zu seiner Zeit ein volkstümlich schreibender Geselle, der die Sorgen und Freuden seiner Zeitgenossen kannte ­– aber die Fähigkeit besaß, seine Geschichten in besonders poetischen und zarten Bildern niederzuschreiben. Allerdings scheint das heute nicht mehr so gut anzukommen. „Die Einfachheit von KI-generierten Gedichten ist für Laien möglicherweise leichter zu verstehen, was dazu führt, dass sie KI-generierte Poesie bevorzugen“, schreiben die Forscher. Es könne sein, dass die Teilnehmer die Komplexität menschlicher Gedichte fehlinterpretierten und davon ausgingen, manche Teile seien zusammenhanglose Wörter, welche die KI erzeugt hat. Die Teilnehmer der Untersuchung waren keine Fachleute für Poesie, die allermeisten – so betont es der Studienleiter – lasen höchstens ein paarmal im Jahr ein Gedicht.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von NiUS

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von NiUS zu lesen.

Weitere Artikel