CSU-Chef Markus Söder soll nach der Koalitionsklausur von Union und SPD Mitte April mit einem baldigen Ende der Kanzlerschaft von Friedrich Merz gerechnet und sich selbst als möglichen Nachfolger gesehen haben. Das berichtet Nius unter Berufung auf Vertraute des bayerischen Ministerpräsidenten, die in dieser Zeit mit Söder in Kontakt gestanden hätten.
Demnach sei Söder nach den Beratungen in der Villa Borsig davon ausgegangen, dass sich Merz allenfalls noch wenige Wochen im Amt halten könne. Für den Fall eines weiteren Eklats habe der CSU-Chef mit einem Wechsel ins Kanzleramt kalkuliert.
Der Hintergrund: Die Klausur der schwarz-roten Koalition Mitte April war von einem heftigen Streit zwischen Merz und SPD-Chef Lars Klingbeil überschattet worden. Klingbeil bestätigte später, dass die Auseinandersetzung laut geworden sei. Es sei nicht schlimm, „wenn man mal angebrüllt wird“, sagte er Ende April.
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