Schnippisch, arrogant, hilflos: Bei Miosga kommt ein genervter Kanzler an seine Grenzen

vor 10 Monaten

Schnippisch, arrogant, hilflos: Bei Miosga kommt ein genervter Kanzler an seine Grenzen
Bildquelle: Apollo News

Deutschland retten durch Handauflegen und große Worte – das, muss Friedrich Merz spätestens jetzt feststellen, funktioniert nicht. Der Kanzler geht in die öffentliche Offensive, doch seine Predigten und Aufrufe wirken zunehmend beleidigt und pikiert – irritiert davon, dass er sich überhaupt erklären und überhaupt appellieren muss.

Und so wird Merz mal wieder zum Bundes-Stromberg. Als er bei Caren Miosga sitzt, hat er dieses unfreiwillig komische, diesen Habitus des verboomerten Chefs, der sich ärgert, dass es nicht so läuft, wie er gerne hätte. Die ARD-Talkerin will mit Merz im Einzelgespräch über den „Herbst der Reformen“ beziehungsweise dessen Ausbleiben sprechen. Der Bundeskanzler reagiert darauf vor allem mit schnippischen Abwehr-Aussagen.

„Wir sind doch nicht allein in dieser Regierung“ oder „Ich bin nicht allein in der Regierung“, „Wenn die CDU/CSU die absolute Mehrheit bekommen hätte…“ – stetige Verweise auf die Sozialdemokraten. Eigentlich, so die Botschaft, habe er mit seinen gebrochenen Versprechungen und zu hoch gehängten Erwartungen ja keine Schuld am schleppenden Fortschritt. Es auf die Untergebenen abwälzen – kein gutes Bild für einen Chef. „Im Herbst nächsten Jahres werden wir die Reformvorschläge auf dem Tisch haben“, sagt Merz schließlich, als es um Rente geht. Herbst der Reformen schon, aber halt nächstes Jahr. So kann man sich auch aus der Affäre ziehen – oder es zumindest versuchen.

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