SPD-Chef Lars Klingbeil gab sich in seiner Erklärung zu den Koalitionsverhandlungen sehr fortschrittlich. Er sagte: „Die Bagger müssen arbeiten, und die Faxgeräte in diesem Land müssen entsorgt werden.“ Was er meinte: das neugeschaffene Ministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung. Schon das Wort Digitalisierung ist allerdings ein Anachronismus – die meisten unserer Nachbarländer sind schon digital, das gilt heute als Standard. Ein bisschen ist es so, als würde die Deutsche Bahn einen Vorstand für Dampflokomotiven einberufen. Wäre das Ministerium für Künstliche Intelligenz im Dienst aller Bürger zuständig, hätte es vielleicht ein bisschen fortschrittlicher geklungen: KIiDaB. Vielleicht kommt das noch. Das neue Ministerium wird von der CDU geführt, Glück auf, wie es in der Steiger- und Bergmannssprache einst hieß.
Schauen wir uns doch mal die von Klingbeil kritisierten Faxgeräte genauer an. Nicht die Geräte, sondern die Nutzer (User, wie es heute heißt).
Das Faxen am Arbeitsplatz ist immer noch weit verbreitet, insbesondere im Medizinischen und juristischen Bereich, aber auch bei Immobilienmaklern, Versicherungen und vielen mehr. In 82 Prozent aller Unternehmen stehen heute noch Faxgeräte. Sie stehen nicht nur, sie werden auch benutzt. Jeder vierte Unternehmer arbeitet heute regelmäßig mit Faxgeräten.
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