Die Beziehungen Chinas zur EU sind angespannt. Ein Grund könnte die hochprofessionelle und moralisch überlegene Vorgehensweise der heute noch geschäftsführenden deutschen Außenministerin gewesen sein. Was sie nicht weiß, wissen aber die Chinesen. Die EU besteht aus mehreren Ländern. Und diese Länder haben sehr unterschiedliche Interessen und Traditionen. Die Chinesen formulieren das so: „Spanien ist ein wichtiger Partner Chinas innerhalb der Europäischen Union. Beide Seiten haben sich stets an die Prinzipien des gegenseitigen Respekts, des gegenseitigen Vertrauens und des gemeinsamen Nutzens gehalten“, sagte Lin Jian, Sprecher des chinesischen Außenministeriums.
Die chinesiche „Global Times“ ist eine der zwei landesweiten englischsprachigen Tageszeitungen in China. Sie erscheint unter der Schirmherrschaft der Renmin Ribao, dem Organ der Kommunistischen Partei Chinas. Sie schreibt: „Die globale politische und wirtschaftliche Landschaft befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Wandel. Da sich die USA nicht mehr als Hüter der Globalisierung und der auf Regeln basierenden Ordnung positionieren, sondern zunehmend zu Unilateralismus und Protektionismus neigen, ist die Rolle Europas im transatlantischen Bündnis heikler geworden.“
Angesichts der Ungewissheit, die die neue US-Regierung mit sich bringt, müssen die europäischen Länder neu überlegen, wie sie ihre eigenen Interessen wahren und gleichzeitig ein Gleichgewicht zwischen ihren Beziehungen zu den USA und China herstellen können. Die Zeitung zitiert einen, wie sie schreibt, anonymen Experten: „Portugal, Spanien und Ungarn, Länder die traditionell pragmatisch gegenüber China eingestellt sind, sind Vorreiter dieses Trends in Europa. Die drei Länder streben engere Beziehungen zu China an.“
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