Es wird immer wieder der Vorwurf erhoben, dass angeblich nur das Aussehen weiblicher Politikerinnen kommentiert würde. Mich kann dieser Vorwurf nicht meinen, denn ich lege, schon aus Berufsethos als hauptberufliche Zicke, großen Wert darauf, immer zu allen gleich gemein zu sein. Die Damen der Spitzenpolitik bieten da schon ganz schön viel Angriffsfläche – der berüchtigte Latexrock von Doro Bär, die Herrenanzüge von Katrin Göring-Eckardt, die Stöckelschuhe so ziemlich jeder deutschen Verteidigungsministerin, alles an Angela Merkel – aber bei den Männern macht das Aufs-Äußere-Reduzieren fast noch mehr Spaß. Ein bisschen Feministin steckt vielleicht auch in mir.
Anders als viele gerne schlichtend behaupten, ist es gerade in der Politik wichtig, wie man aussieht, jedenfalls an den Punkten, die man unter Kontrolle hat. Wie man sich kleidet und wie man sich gibt, sagt viel über den Charakter eines Menschen aus. Und in der Politik, wo es in jedem Schritt um Symbolwirkung und die Würde des Amtes geht, ganz besonders. So sagt ein schlabbriger Pullover und eine abgewetzte Aktentasche an einem Bundeskanzler eben nicht nur aus, dass er keinen Wert auf sein Äußeres legt, sondern auch, dass er ganz bewusst keinen Wert darauf legt, sein Land souverän zu vertreten. Das ist keine Bürgernähe, das ist Respektlosigkeit.
Ganz besonders aber, das muss ich zugeben, macht es Spaß, sich diejenigen vorzuknöpfen, die ganz offensichtlich Wert auf ihr Äußeres legen oder viel darauf geben. Markus Söder ist da so ein Kandidat, bei dem die Arroganz aus jedem Selfie spricht – und der sich mit seinem komischen Walter-Ulbricht-Bart sicher für unwiderstehlich hält. Und damit komme ich zu meinem neuesten Opfer. Oder was heißt neu, er ist in dieser Kategorie eigentlich das ultimative Ziel. Das mag Sie jetzt vielleicht wundern. Robert Habeck, jemand, der auf sein Äußeres achten würde? Mit dem verlotterten Schlabberlook?
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